Studentenleben – Teil 2

Der Student sah auf die Uhr. An der Betonwand seiner Studentenbude, Behausung wohlgemerkt, hing eine alte Analoguhr, die er als Einrichtungsgegenstand von seiner Herrin erhalten hatte. Es war schon ein Riss im Glas, die Uhr war laut und das Ticken des einfachen Uhrwerks schallte nachts in den kahlen Raum.

“Aber für dich ist sie gerade gut genug.”, hatte die Lady gemeint, die wusste, dass die Erniedrigung die besondere Zutat zu dieser Knechtschaft war. Das Ticken des Uhrzeigers würde ihn daran erinnern, jede Sekunde seine Freizeit außerhalb der Universität zum Wohle der Herrin zu nutzen.

Der neue Tag war gerade eine halbe Stunde alt. Ab Mitternacht war es ihm erlaubt sich in seine Koje zu begeben, um fünf Uhr dreißig würde der Wecker klingeln, und er rechnete nicht damit, dass Lady Patricia sich so spät noch bei ihm melden würde. Er hatte einen guten Montag an der Universität mit anschließender Lerneinheit und Grundreinigung seines Kellerverlieses hinter sich gebracht. Nach der Begegnung mit Lady Laureen am Freitag zuvor, hatte er keine neuen Anweisungen erhalten, was meistens bedeutete, dass die Lady zufrieden war.

Andererseits steigerte jede Sekunde schleichend die knisternde Spannung auf beiden Seiten. Zum einen konnte die Herrin jederzeit einen neuen Plan schmieden, eine neue Linie in die Erziehung bringen. Zum anderen steigerte sich die Nervosität des Sklaven gepaart mit der Sehnsucht nach der Präsenz seiner Göttin.

Dennoch beschloss der Sklave innerlich, dass dieser Tag nun zum Abschluss kommen würde. Die erste Vorlesung am morgen war erst um zehn Uhr, so dass er recht gut in den Tag starten würde.

Vor dem zu Bett gehen würde er noch, wie jeden Abend, fünfzehn Minuten vor dem Bild seiner Herrin knien und diese pflegte dies hin und wieder per Kamera zu kontrollieren. Wie immer presste sich beim Anblick und der Stimme seiner Herrin, er hatte nebenbei ein Video einer Session laufen, sein Penis schmerzhaft in dem metallenen Keuschheitsgürtel.

Er wusste, dass Außenstehende nicht das geringste Verständnis für diese abnormale Situation aufbringen würden, doch umso mehr genoss er die bizarre Unterwerfung. Er dachte über die zwei Monate nach, seitdem er zum Umzug in diese Behausung ausgewählt worden war. Eine besondere Selektion, hatte er sich doch unter mehreren Studentendienern beworben, und war von Patricia als vielversprechend ausgewählt worden. Und wie sehr hatte sie ihn geformt. Die größte Umstellung am Anfang war der KG gewesen – ausbruchssicher durch ein Piercing fixiert, der Tagesablauf streng durchgeplant. Seine Studienleistungen ständig verbessert. Und sein Gehorsam durch Strafe, Lob und Erniedrigung geformt. Das Wort “Alltag” existierte nicht mehr, er gierte immer mehr nach der Strenge seiner Besitzerin. Er bemerkte immer mehr, wie er seinen ursprünglichen Namen nur noch außerhalb seiner Behausung benutzte und ansonsten als „Sklave1548“ von sich sprach.

Zur Erziehung gehörten die neuen SMS-Regeln, die nun eindressiert waren, und durch die er unter der „Kurzwahl“ 1 bis 9 erreichbar war:

1              Melden

“Der Sklave schreibt binnen dreißig Sekunden das Wort “Bereit” zurück”

2              Standort

“Der Sklave teilt mit wo er ist”

(Dies war für den Fall, dass die 24/7 GPS Überwachung einmal nicht funktionieren sollte.)

3              Grundstellung

“Er kniet nackt, auf zwei Holzleisten, geplugged und mit Stromhalsband vor der Webcam bis weitere Anweisungen folgen”

4              Selfie

“Er sendet ein Selfie, wo immer er auch gerade ist, Kleidung sichtbar”

5              Schmerz

“Drei Kanülen in jede Brustwarze, Beweisfoto binnen dreißig Minuten, egal wo”

6              Geld

“Der Sklave übermittelt alle Kontostände und Bargeldstand, sowie alle Ausgaben des Tages”

7              Sicherheit

“Selbstfesselung zur Inspektion binnen zwei Minuten”

8              Transport

“Sklave Transportbereit im Parkhaus binnen zwei Minuten”

9              Strafarbeit

“Er muss tausendmal in ein Strafheft schreiben ‘Sklaven lernen durch Strafe und Wiederholung’

Gerade, als er den Blick von dem Bild seiner Herrin abwenden wollte, und die Müdigkeit überhand nahm, piepte das Billighandy. Sklave1548 war wie vom Blitz getroffen, der Blutdruck stieg, er war auf einmal hellwach.

Nur eine Zahl war  im Display:

“8”

Transport!

Schnell ging der Studentensklave die Checkliste durch, die er sich klugerweise angelegt hatte. Der Befehl war so streng wie unmissverständlich. In zwei Minuten würde er im Parkhaus hinter den Müllcontainern knien. Bekleidung: ein Latexbody mit Schrittreißverschluss. Eine Würgehalsband. Im Po ein strenger und schwerer Trainingsplug. Den Kopf in einer Latexmaske die nur Mund und Nase freiließ. Sonst nichts.

Es war das erste Mal, dass er den Befehl Nummer acht erhielt. Die Uhrzeit und die vorausgegangene Stille seitens der Herrin ließen ihn nicht im Zweifel:

Es stand eine besondere Begegnung bevor! Eine Minute später noch eine SMS:

„?“.

Er hatte Vergessen den Empfang zu bestätigen, holte diese mit zittrigen Fingern nach. Schnell spurtete er zur Parkgarage, legte sich im letzten Moment die Latexhaube an, hoffend, dass er nicht lange hier im Unrat und Halb-öffentlich warten müssen würde.

Und in der Tat, gerade mit Ablauf der Zweiminutenfrist hörte er ein Fahrzeug in die Garage einfahren.

Ein Diesel. Dem Klang der Türen nach ein schweres Fahrzeug. Danach Stille. Minute um Minute verstrich. Wer beobachtete ihn nun? War dies Zufall und nicht die Lady sondern ein Fremder war nun hinter ihm? Vielleicht ein neugieriger oder perverser Nachbar der ihn zufällig in seinem Versteck hinter dem Müll gesehen hatte…  Plötzlich das Geräusch einer Handykamera.

Stille. Der Student hielt es nicht mehr aus, nervös ging der Griff zur Maske, wollte er die Situation auflösen. Doch statt zur Maske glitt sein Handgelenk nur in den kalten Stahl einer offenen Handschelle. Binnen Sekunden hatte man ihm einen Stiefel in den Rücken gedrückt und auch die zweite Handschelle auf dem Rücken eingerastet. Es ging alles so schnell, dass er noch nicht einmal einen Laut von sich geben konnte. Ohne Zögern glitt jetzt ein Gummizapfen in seinen Mund, wurde fest aufgepumpt und machte jeden Hilferuf unmöglich.

Nur ein Gedanke ging durch den Sklaven: „Lass es die Herrin sein“. Sehnlichst sehnte er sich nach einem Hinweis. Doch was er zu spüren bekam machte ihm wenig Hoffnung. Statt Highheels ertastete er grobe Lederstiefel, als er am Würgehalsband nach oben gezogen wurde. Statt eines femininen Materials ertastete er eine grobe Jeans. Auch der Duft war der eines Herrenparfüms.

Widerstand war zwecklos, auch wenn es ihm jetzt nasskalt den Rücken hinab lief. Unerbittlich wurde er in die Richtung gezerrt aus der er das Fahrzeug hatte kommen hören. Er hörte wie eine Kofferraumklappe sich automatisch öffnete. Ein Druck von hinten trieb den Körper immer weiter nach vorne, fiel er förmlich in den Laderaum des großen Kombis.

Dort landete er bäuchlings auf einem schwabbeligen etwas, jedoch etwas, dass ihm zugleich Angst und Freude einjagte, denn er spürte an den Beinen eine Latexfolie, auf der er nun zu liegen kann. Latex war das Lieblingsmaterial seiner Besitzerin, und wer immer ihn hier abholte, stand offensichtlich mit dieser in Verbindung. Rasch schloss sich jetzt der Reißverschluss des Sackes, wurde der Latex-Kokon um seinen Körper enger. Bald so ahnte er, würden seine Arme in innen liegenden Taschen verschwinden, würde er keinerlei  Freiheit mehr haben.

Nun hörte er wie die Beifahrertür sich öffnete, spürte wie zwei Personen sich an seiner Transportsicherung zu schaffen machten, und hörte endlich die Stimme seiner Herrin: „Und da dachte die Herrin schon ihr Tierchen wäre eingeschlafen. Schlafen wirst du heute Nacht allerdings nicht. Aber eins ist sicher: Die Uni fällt morgen für den Sklaven aus“, dabei strich sie ihm beruhigend über den Gummischädel.

Fortsetzung folgt.

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