Shoppingbegleitung – Teil 2

Der Sklave hat es eilig, von der Herrin kamen klare Ansagen, dass er Punkt 10 Uhr morgens auf der Matte zu stehen hat, und als Frühstück einen Bagel und einen Cappuchino mitzubringen hat. Er trägt die angeordnete Uniform – Latexbody unter einem schwarzen Anzug, Sklavenhalsband, Schal. In der Stadt ist die Hölle los und er hatte Mühe den Transporter rechzeitig zu erhalten, er ist somit zu spät dran und hofft, dass die Herrin bereits vor der Tür steht, denn sie hatte zur Eile gedrängt.

Niemand steht vor der Tür – und es ist 5 Minuten vor 10 Uhr.

Eine Nachricht auf dem Telefon: “Du parkst und kommst hoch zur Herrin”. Keine Begründung, keine sonstigen Informationen. Die Erwartungshaltung: “Der Sklave ist dankbar um jeden Befehl und erfüllt diesen ohne große Nachfragen”. Die Herrin kann sich denken, dass der Sklave nun keine Chance mehr hat pünktlich zu sein, und wenige Sekunden nach 10 Uhr geht die nächste Nachricht heraus:

“WO IST DER DIENER ????”

Dieser rennt nun fast vom Parkplatz zur Haustür, die Herrin lässt keine Verschnaufpause, drückt die Tür auf und hat so sichergestellt, dass ihr Diener in der nötigen Betriebstemperatur und Demut erscheinen wird. Und natürlich hat die Lady bereits einen wunderbaren Spaß an der Sache, sieht sie doch auf einem Bildschirm der Alarmanlage an der Körpersprache wie ihr Tierchen sich bewegt, immer weniger aufmüpfig, keinerlei Zeit für dumme Gedanken.

Und der Sklave freut sich nun die Herrin zu sehen, steht vor der Wohnungstür im kühlen Hausflur, will anklopfen. Eine Nachricht auf dem Display des Handys. “Das Frühstück legst du vor der Tür ab. Ausziehen, Sachen im Karton anziehen, du wartest im Auto auf die Herrin, du hast fünf Minuten”. Die Lady hat nämlich einen Telefonanruf einer guten Freundin erhalten, und beschlossen ihr Frühstück etwas zu verlängern.  Der Diener öffnet derweil den Karton und es kommt allerhand zum Vorschein. Er schluckt, er schüttelt den Kopf, doch er zögert nicht, wird sogar schon wieder geil, die Situation törnt ihn wiederrum an. Im Karton: ein Latexanzug, mit angearbeiteten Füßlingen und Handschuhen, ein schwarzer dünner Schioverall, Gummistiefel, schwarze Fäustlinge und ein Hundehalsband.

Der Sklave sieht seine Visionen von einem exklusiven Shoppingtag mit der Herrin buchstäblich dahinschmelzen, denn es sieht ganz danach aus, dass die Lady heute entweder den Sklaven bestrafen oder ausgiebig testen möchte. Letzten Endes zählt es nicht, denn er hat sich daran gewöhnt, dass die Dame immer das tut, was sie möchte. Schnell ist er nackt, steigt in den schlabberigen, etwas weiten Latexanzug, wissend, dass dieser ständig Geräusche machen wird, nicht wissend, dass im Inneren kein Puder, sonder ein Juckpulver sich befindet. Danach der Schioverall, die Gummistiefel, zu eng. Die Stiefel pressen die Füße zusammen, natürlich sind diese zwei Nummern zu klein gewählt. Alle diese Indizen deuten auf einen außergewöhnlichen, harten und vor allem lehrreichen Tag hin. Schnell eilt der Sklave zurück zum Fahrzeug, entgeht dabei den neugierigen Blicken der Passanten, die sofort wittern, dass da eine seltsame Type im warmen Frühlingswetter im raschelnden Schianzug an ihnen vorbeiläuft. Auch beeilt er sich in den Wagen zu steigen, wartet dort doch eine Klimaanlage und eine kleine Verschnaufpause auf ihn.

Im Wagen angekommen kühlt der Sklave runter, denkt kurz darüber nach wie bizarr dies alles ist. Minute um Minute verstreicht – keine Nachricht der Herrin. Er genießt die kühle Luft aus den Düsen, immer noch keine Nachricht. Es ist 10.45 Uhr und er wundert sich – was hat er falsch gemacht ? Am Vortag war ihm doch gesagt worden wie wichtig es sei genau um 10 Uhr anzutreten, und nun ließ man ihn warten, abgestellt wie ein nutzloses Vieh. Immer wieder und wieder schaut er auf das Handy, steckt dieses an die Ladedose, so schnell leert sich der Akku. Endlich eine Nachricht.

“Du schonst die Umwelt, der Motor bleibt aus. Greife in die linke Tasche des Schianzuges, dort sind Kabelbinder, damit sicherst du Stiefel, Fäustlinge, Kragen gegen unbefugtes Ausziehen. Du stellst das Handy auf das Armaturenbrett und rufst die Herrin über Skype an damit sie dich sehen kann. Du hast absolutes Sprechverbot, die Herrin kommt dann im Laufe des Nachmittags zu dir”.

Die Worte der Nachricht hallten durch seine Gedanken als stünde sie neben ihm. Dieser Tag würde ihm noch lange in Erinnerung bleiben.

 

…. Fortsetzung folgt.

 

 

 

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