Ganz unten im Bunker – Teil 2

Die Lady löschte das Licht in der Zelle.

Ein Tastendruck auf dem Touchscreen vor ihr schaltete die Beleuchtung ab, und aufgrund der Eigenschaften der Leuchtstoffröhren ging dies in einem weniger als einem Augenblick vonstatten. Kein Nachleuchten, nichts.

Der nackte Mensch in der Zwangsjacke hatte die letzten fünf Stunden im grellen, klinisch weißen Lichtschein verbracht, an Schlaf war nicht zu denken, unfähig die Augen zu bedecken, seine Arme in den Ärmlingen einer engen, scheuernden, durchgeschwitzten Stoffzwangsjacke. Er versuchte sogar erfolglos knieend das Gesicht in die Ecke des Raumes zu pressen um ein wenig Schatten zu bekommen.

Die Herrin hatte diese Szene in der Aufzeichnung gesehen, denn das Überwachungssytem zeichnete quasi einen “best-off” Zusammenschnitt mit, sobald der Häftling größere Bewegungen machte. Sie wusste nun, dass etwa zu der Zeit als sie in der Badewanne gerade relaxed mit einer Freundin telefonierte, ihr persönliches Sklavenobje schamlos seinen Allerwertesten in die Kamera gereckt hatte, nur durch den strammen Schrittgurt der Zwangsjacke verdeckt. Ihr gefiel, dass der Sklave immer noch voller Energie war, und sich auf groteske Art und Weise eine kleine Erleichterung zu verschaffen versuchte. Denn wo viel Energie vorhanden war, gab es auch genug Spielraum diese für ein groteskes, unfaires Spiel im Refugium der Herrin zu nutzen!

Als das Tierchen gerade fertig war seine verrückten Bitten in eine der Kameras zu brabbeln – dass es sich sicher um eine Verwechslung handele, und Vanessa ihn vielleicht in die falsche Kammer geführt hätte – als er gerade damit beschäftigt war mit der immer noch fallenden Raumtemperatur zurecht zu kommen – zusammengerollt in einer Ecke – genau dann verlöschte das Licht.

Und natürlich war der Herrscherin bewusst, dass dies wie Hohn wirken musste – hatte der Insasse jetzt fast fünf Stunden versucht das Licht abzuwehren, so stürzte er jetzt in so kurzer Zeit in totale Finsternis, dass er glaube jemand habe ihm die Sehnerven durchgeschnitten. Wie immer strebte die Herrin Perfektion an, und in diesem Raum war nichts als Schwärze.

Lufttemperatur, Kohlendioxid und Sauerstoffgehalt, Körpertemperatur des Sklaven (mittels Infrarotkameras), Atemfrequenz, Puls – die Lady sah alles, wusste alles. Mittels der Infrarotkameras genoss sie wie ihr Sklavenwurm einfach nur zum Wurm wurde, robbend, kriechend den Raum absuchend… Die Temperatur würde nun konstant, aber zu kalt bleiben. Die Luftqualität hingehen würde sich immer mehr verschlechtern, bis zu dem Punkt, an dem es interessant würde.

Bis dahin war jedoch noch einige Zeit, und dies war der Nacht vorbehalten. Jetzt war der Abend und die Lady entschloss sich noch etwas auszugehen.

Das Ipad glitt in die lederne, edle Aktentasche der Dame, die sich nun langsam ankleidete um noch ein Nachtreffen mit den Ladies des Bootcamps wahrzunehmen. Man traf sich fernab, in der großen Stadt. Die Ladies wussten nichts und ahnten wenig, Lady Vanessa war absolut verschwiegen, die durchschnittlichen Besucher des Clubs sahen ohnehin nur einen Mädelsabend.

Lediglich die Lady sah ab und an auf dem Ipad nach dem rechten, um den Punkt nicht zu verpassen, an dem das Spiel in die nächste, eindringliche Stufe treten würde.

 

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