Das Bootcamp – Letzter Teil -Ausgeliefert

Nach der Züchtigung hing der Sklave1548 noch eine Zeitlang allein in den Ketten, es war nun Samstag nachmittag, er schätzte siebzehn Uhr. Er rechnete nicht damit, in seinem Zustand noch im Garten arbeiten zu müssen – dort waren ohnehin nur noch Feinarbeiten im Gange. Vanessa hatte seine Wunden desinfiziert und zügig abgedeckt, der Wind kühlte nun seinen erhitzen Körper – und er fühlte durch und durch  – er hatte das Bootcamp überstanden, würde jetzt bald schlafen und dann Sonntagmittags wieder in der Normalität abgeliefert werden.

Als dann die Aufseherin erschien, legte er bereitwillig die Hände in die grobe Stoffzwangsjacke, er fragte sich zwar, wozu diese jetzt noch benötigt würde, war aber auch dankbar, dass seine Arme nun wieder ordentlich durchblutet wurden, außerdem hielt der Stoff ihn warm. Vanessa sagte dabei kein Wort, zurrte die Jacke sehr fest, spannte die Riemen grob durch seinen Schritt, wo noch alles Wund war. Er wurde abgeführt, Hand im Nacken, wortlos. Der Marsch ging nicht zu den Schlafboxen. Es ging in einen Teil der Anlage den er noch nie gesehen hatte…

Sonntag mittag.

Der Transporter rumpelte mit den Campteilnehmern an Bord in Richtung Freiheit. In Richtung “Normalität”. An Bord waren fünf erschöpfte, aber verbesserte Sklaven. Sie würden in wenigen Stunden abgeliefert werden, mit ihrer Alltagskleidung, bei ihren Fahrzeugen. Das Camp war vorrüber.

Aber sie waren nur zu fünft.

Sklave1548 war allein. Das Summen der grellen Leuchtstoffröhre war überall, das viel zu helle Licht drang durch seine zugepressten Augenlider. Um ihn herum war Beton, grau und glatt angemalt, er lag auf einem Betonsockel. Es gab keinerlei optische Eindrücke, die Tür zu dem Raum war ohne Griff, grauer Stahl – luftdicht. In allen vier Ecken der hohen Decke hingen Kameras, glotzen  nichtssagend auf ihn herab.

Er starrte jetzt direkt in die Neonröhre, diese war in die Decke eingelassen, hinter Milchglas. Auch hier nichts, woran sein gemartertes Gehirn sich festhalten konnte. Er hatte nur sich und die Zwangsjacke, die ihn immer noch umschlungen hielt.

Das Zeitgefühl ging als erstes verloren. Er mochte eine Stunde in diesem Raum sein, es konnte auch ein Tag sein. Lediglich der Umstand, dass er noch nicht sein Geschäft verrichten musste, gab ihm einen kleinen Anhaltspunkt. Er erinnerte sich kaum noch wie er hierher geraten war:

Nachdem Vanessa ihn auf der Rückseite des Bauernhofs zu einem Bunker geführt hatte, und dort durch eine schwere, hinter Holzbalken getarnte Eisentür schreiten ließ, war er zuerst noch neugierig gewesen. Er vermutete eine Art Krankenstation aufgrund seiner gemarterten Haut. Doch warum die  Tarnung? Die Trainerin bemerkte wie sich seine leicht überhebliche Gelassenheit, seine Sicherheit in Unbehagen wandelte. Sofort verstärkte sie den Griff in den Nacken des Sklaventiers.

Vanessa hatte es eilig, hatte ihm eine blickdichte Gummimaske übergezogen, danach ging es schnell in die Tiefe, Türen wurden geöffnet und verriegelt, die Luft wurde kühler.

Kurz darauf hörte er die letzten menschlichen Worte. Die Maske kam ab, er sah ihn ihren – sorgenvollen – Blick. “Du musst jetzt da rein gehen”, die Wortwahl verwirrte ihn. Sie hatte es eilig.  Als er gerade einen Meter in das Verließ getreten war, drückte sie bereits eine Taste neben der Tür, welche elektrisch in die Versiegelung glitt. Der Sklave hatte keine Zeit um überhaupt zu reagieren. Er hatte plötzlich Druck auf den Ohren, das klaustrophobische Gefühl kam ohne Verzögerung. Der Raum gab ihm zu verstehen, dass er nun ihm gehörte, dass er luftdicht war.

Vanessa war etwas kopfschüttelnd weggegangen, ging ihr dies doch alles zu weit. Andererseits spürte sie tief im inneren auch ein wenig sadistische Lust, wissend, dass sie den Sklaven soeben in sein Schicksal als Kellerassel geführt hatte. Wenn sie morgen abend mit Freunden zum Essen eingeladen war, würde sie hin und wieder and 1548 denken und sie wusste, dass sein Schicksal sie dermaßen antörnen würde.

Sklave1548 war nun in Lady Patricia’s Einzelhaft. Dies war der eigentliche Höhepunkt des Camps, derjenige von dem einzig Vanessa andeutungsweise etwas wusste.

1548 hingegen lag auf dem Betonsockel, auf dem Präsentierteller. Er hatte gerade den Punkt erreicht, wo seine Blase sich prall füllte, wo er anfing die Wände anzusprechen. Irgendeinen Kontakt herzustellen.

Als er gerade Anfing zu fluchen, änderte sich das Geräusch im Verließ. Die Lüftung war abgeschaltet worden.

Das Camp war vorrüber – doch das Spiel hatte begonnen.

 

 

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